10 Jahre Edition Hamouda 2006-2016

Eine Lesung mit Elmar Schenkel und Faycal Hamouda

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Am 19.April 2016 feierte der Verlag Edition Hamouda in der Buchhandlung Lehmanns in Leipzig sein 10 jähriges Bestehen. Elmar Schenkel, Autor und Professor für Englische Literatur und der Verleger Faycal Hamouda unterhielten sich über aktuelle Veröffentlichungen des Verlages und das Verständnis von “Kulturdialog”.

Auf der Homepage des Verlages Edition Hamouda werden die Ziele des Verlages erklärt und wie folgt definiert:

Die Edition Hamouda wurde im Januar 2006 mit dem Ziel gegründet, einen Beitrag zum Kulturdialog zu leisten. Er ist einerseits eine Brücke zwischen zwei Kulturkreisen, die es zu bauen, und andererseits der Dialog innerhalb eines Kulturkreises, den es zu vertiefen gilt.

Dieser Beitrag soll zeigen, wie es der Verlag in 10 Jahren geschafft hat, dieses Ziel  auf unkonventionelle Art und Weise zu verwirklichen.

An einem Dienstag Abend versammelte sich eine kleine Gruppe von Interessierten nach Ladenschluss in der Buchhandlung Lehmanns, um den Geburtstag des Verlages Edition Hamouda zu feiern. Der Verlag besteht seit 2006 in Leipzig und hat seitdem, nur seinem Ziel des Kulturdialogs verpflichtet, ein breites Spektrum von Belletristik einschließlich Kinderbüchern bis zu Sach-, Fach- und Lehrbüchern veröffentlicht. Damit ordnet er das Verlagsprogramm den Idealen des Verlegers, einer gegenseitigen Verständigung der Kulturen, unter. Eine Besonderheit ist, dass nicht nur Bücher unterschiedlichster Art verlegt und Themen angeschnitten werden, die bei anderen Verlagen mit dieser Intensität nicht zu finden sind, sondern er motiviert auch junge, begeisterte Menschen selbst aktiv zu werden und eigene Ideen beizusteuern sowie zu veröffentlichen.

Elmar Schenkel, der selbst schon mehrfach Bücher im Verlag veröffentlicht hat, sprach sehr bald dieses Thema an und erwähnte die gute Zusammenarbeit des Verlags mit der Universität Leipzig. So sind nicht nur Fach- und Lehrbücher in Zusammenarbeit mit dem Orientalischen Institut der Universität Leipzig veröffentlicht worden, wie seit neustem Islamisches Recht – Ein Lehrbuch von Hans-Georg Ebert und Julia Heilen, sondern auch die Germanistik und andere verwandte Fächer arbeiteten mit dem Verlag erfolgreich zusammen. So entstand z.B. durch eine Projektarbeit von Studenten am Institut für Anglistik der Sammelband Britische Orientbilder, in dem über britische Archäologen, Reisende, Regisseure und Autoren erzählt und deren Sichtweise auf den Orient beschrieben wird.

Ein weiteres Projekt, welches der Verleger initiiert hat, ist die Zeitschrift Liaisons. Mit dieser Zeitschrift gibt der Verleger jungen Autoren und Studenten die Möglichkeit, auf kreative Art und Weise, ihre Ideen zu veröffentlichen und diese einem breiten Publikum vorzustellen.

Die aktuelle Ausgabe der Liaisons:

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Heft gleich herunterladen

Aus finanziellen Gründen ist sie zwar nur noch in elektronischer Form verfügbar, aber sie hat es jungen Menschen ermöglicht, Beiträge zu veröffentlichen und erste Schritte im Bereich des Journalismus zu unternehmen. In der Regel ist es besonders im wissenschaftlichen Bereich notwendig, dass finanzielle Mittel von dritter Seite für solche Projekte zur Verfügung gestellt werden, aber der Verleger selber hat es aus Überzeugung und eigener Motivation selbst finanziert, denn seine Meinung ist:

Die Journalisten und Autoren von Morgen sind die Studenten von heute

Daher versucht er immer wieder, wenn er die Möglichkeit dazu hat, Interessierten eine Chance zu geben, etwas zu verwirklichen. Liaisons bedeutet im Französischen so etwas wie „Beziehungen“, und der Verlag hat sich immer wieder bemüht, Beziehungen zwischen unterschiedlichen Kulturen zu fördern und festigen. Die Förderung von Kulturbeziehungen ist eines der Hauptanliegen und der Kulturdialog ist somit fundamentaler Bestandteil des Verlages und eine Lebensaufgabe für den Verlag und den Verleger.

Dies spiegelt sich auch immer in seinen Veröffentlichungen wider. So wurden in seinen neuen Veröffentlichungen nicht nur persische Märchen neu erzählt und für die heutige Zeit so umgesetzt, dass sie auch für Kinder lesbar sind, sondern es werden auch immer wieder Aspekte aus dem sächsischen Raum aufgegriffen. So wurde vom Verleger selbst ein Buch über die Gartenlaube des Leipzigers Ernst Keil (1816-1878), der ebenfalls Verleger und Journalist war und sich für die Freiheit des Wortes und ein demokratisches Deutschland einsetzte, herausgegeben.

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Ernst Keil

Mit seinen Bemühungen, alte Texte neu zu bearbeiten, gibt er somit diesen eine Chance weiter zu existieren. So wurde eine neue Publikation aus seinem Katalog vorgestellt, dass von einem Zeitgenossen der Gebrüder Grimm stammt. Die gesammelten Märchen von Josef Haltrich (1822-1886) wurden in einem kleinen Band veröffentlicht. Josef Haltrich studierte an der Universität Leipzig Theologie, Philologie und Geschichte. Diese Märchen wurden an den heutigen Sprachgebrauch angepasst.

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Josef Haltrich

So hat es die Edition Hamouda seit 10 Jahren als kleiner Verlag geschafft, Bücher aus aller Welt nach Deutschland und Leipzig zu bringen und den Leser mit seinen Geschichten, Märchen und Romanen in eine andere Welt zu tragen. Es bleibt nun nur zu hoffen, dass der Verlag auch die nächsten 10 Jahren den Kulturdialog aus erster Hand mit der Veröffentlichung seiner Bücher  weiterverbreiten kann.

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