Der Internationale Preis für den arabischen Roman

Der Internationale Preis für den arabischen Raum (The International Prize for Arabic Fiction) ist die wichtigste Auszeichnung, die ein Autor in der arabischen Welt für sein Werk erhalten kann. Damit bekommt er die Chance, dass sein Werk ins Englische übersetzt wird. Diese Auszeichnung kommt von der The Booker Prize Foundation in London, die 2002 gegründet wurde. Der International Prize for Arabic Fiction (IPAF) wurde zum ersten Mal 2007 vergeben, und jedes Jahr wird eine neue Jury gewählt, die den Sieger für den IPAF auswählt. Dieses Jahr feierte der Preis seinen 10.Geburtstag.

 

Die Jury besteht vor allem aus Kritiker, aber auch Autoren und Akademiker aus der arabischen und der sonstigen Welt. Um den internationalen Bezug zu wahren, ist immer einer im Gremium, der nicht aus der arabischen Welt kommt. Die Jury trifft sich drei Mal bevor ein Sieger ausgewählt wird. Beim ersten Mal wird eine Liste von 16 Autoren erstellt, die später auf sechs Autoren zusammengestrichen wird. Der Gewinner erhält nicht nur eine gewisse Summe, sondern wie bereits gesagt wird auch gewährleistet, dass sein Werk ins Englische übersetzt wird und es so einem breiten Publikum zugänglich gemacht wird. Die Behörde für Kultur und Tourismus in Abu Dhabi finanziert und organisiert die Preisvergabe.

Der erste Autor, der den IPAF Preis im Jahre 2008 erhalten hat, war der ägyptische Autor und Übersetzer Bahaa Taher. Er studierte Literatur an der Universität

Kairo, und arbeitete später für das Radio. 1964 veröffentlichte erseine erste Kurzgeschichte. 1975 erhielt er Schreibverbot und verließ darum 1981 das Land. Er arbeitete 14 Jahre in der Schweiz für die UN als Übersetzer und veröffentlichte seine ersten Romane.

Der Guardian bezeichnete ihn, als einen der „meist respektierten Autoren in der arabischen Welt.“ Sein Buch, Wahat al-Ghurub (Die Oase) wurde von Regina Karachouli ins Deutsche übersetzt. Die Handlung spielt im 19. Jahrhundert und in einer der bekanntesten Oasen Ägyptens, in Siwa. Im Klappentext vom Unionsverlag heißt es:

„Das 19. Jahrhundert neigt sich dem Ende zu, als der politisch in Ungnade gefallene Machmud Abdel Sahir von Kairo in die abgelegene und gefährliche Oase Siwa nahe der libyschen Grenze versetzt wird. Er weiß, dass zwei seiner Vorgänger ermordet wurden. Aber weiß er auch wirklich, was ihn erwartet? Siwa ist eine eigene Welt mit ureigenen Gesetzen. Auf Schritt und Tritt erwacht die Geschichte: das Orakel von Alexander dem Großen, das Bad der Kleopatra, der hartnäckige Widerstand der berberischen Einwohner gegen alle Eindringlinge. In Siwa gerät Machmud zwischen die Fronten der sich untereinander bekriegenden Einwohner. Als die Kluft zwischen Besetzer und Besetzten, Frau und Mann, Traum und Realität immer weiter wird, erreichen die Spannungen ihren Höhepunkt.“

Der Roman wurde auch als TV-Serie von Kamel Abu-Zekhary verfilmt.

Im darauffolgenden Jahr, wurde ein weiterer Ägypter, Youssef Ziedan, mit seinem historischen Roman Azazeel zum Gewinner gekürt. Der Roman gilt als ein „Skandalroman“ und ist auch von Larissa Bender ins Deutsche übersetzt im Verlag Luchterhand, 2011 erschienen. Youssef Ziedan’s Roman wurde in 16 weiteren Sprachen veröffentlicht darunter auch Türkisch und Griechisch. Andreas Pflitsch berichtet über den Roman hier.

Pflitsch schreibt: „Youssef Ziedan hat sich in seinem 2008 in Kairo erschienenen, 2009 mit dem renommierten arabischen Booker-Preis ausgezeichneten Roman „Azazel“ die Konstruktion zunutze gemacht, um einen historischen Roman über eine kirchenpolitisch bewegte Epoche zu schreiben. Der Erzähler Hypa ist ein ständig mit sich ringender Suchender, der von „Azazel“, dem Versucher, der einst mit seinen Einflüsterungen Adam verführt und für dessen Vertreibung aus dem Paradies gesorgt hatte, bedrängt wird, „alles aufzuschreiben, was ich in meinem Leben geschaut“.

Dies sind die weiteren Gewinner mit den englischen Titeln ihrer pereisgekrönten Bücher:

2010: Abdo Khan ; Throwing Sparks, Dieses Buch wurde von Maia Tabet und Michael K. Scott übersetzt und ist im Bloomsbury Qatar Foundation Publishing erschienen.

2011: Raja Alem, The Dove’s Necklace, übersetzt von Katharine Halls und Adam Talib, The Overlook Press
Mohammed Achaari, The Arch and the Butterfly übersetzt von Aida Bamia, Bloomsbury

2012: Rabee Jaber, The Druze of Belgrade, übersetzt von William Hutchins

2013: Saud Alsanousi: The Bamboo Stalk übersetzt von Jonathan Wright, Jonathan Wright hat im Gegenzug für seine Übersetzung ebenfalls drei Jahre später einen Preis erhalten.

2014: Ahmed Saadawi, Frankenstein in Baghdad, die Übersetzung erscheint nächstes Jahr und es ist auch eine Verfilmung des Werkes geplant.

2015: Shukri Mabkhout, The Italian, Wer mehr über diesen Roman erfahren will, dem sei die Rezension von Günther Orth bei Qantara empfohlen.

2016: Rabai al-Madhoun, Destinies: Concerto of the Holocaust and the Nakba
Der palestinensische Autor Rabai al-Madhoun war bereits 2010 Kandidat. Wer mehr über den Autor erfahren wird, der kann hier weiter lesen.

2017: Mohammed Hasan Alwan, A Small Death

Die Liste von 2017 enthielt auch Autoren wie z.B. den irakische Autor Sinan Antoon, und den Libanesen Elias Khoury.

 

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